Leitsystem in Deutschlands größtem Stahlwerk

Herausforderung
Leitsystemmodernisierung ohne Produktionsunterbrechung

Im Oxygenstahlwerk 2 eines der größten Stahlproduzenten Deutschlands sollte die bestehende Automatisierungslandschaft umfassend modernisiert und zukunftssicher aufgestellt werden. Die Herausforderung bestand darin, bestehende TELEPERM-M- und S5-Steuerungen schrittweise durch moderne PCS-7-Technologie zu ersetzen, ohne die Produktionsprozesse zu beeinträchtigen. Aufgrund der Größe und Komplexität der Anlage mussten bestehende Funktionen übernommen, zahlreiche Prozessverbesserungen integriert und gleichzeitig höchste Anforderungen an Anlagenverfügbarkeit, Datensicherheit und Produktionsqualität erfüllt werden. Besondere Bedeutung kam dabei der Modernisierung im laufenden Betrieb zu, da bereits kurze Unterbrechungen erhebliche Auswirkungen auf die Stahlproduktion gehabt hätten.

Lösung
Schrittweise Migration auf eine zukunftssichere PCS-7-Architektur

gefeba realisierte gemeinsam mit ThyssenKrupp Steel die schrittweise Migration auf eine moderne PCS-7-Leitsystemarchitektur. Sämtliche Bausteine und Faceplates wurden in enger Zusammenarbeit entwickelt und optimal auf die Anforderungen des Stahlwerks abgestimmt. Für die Kommunikation mit den Betriebsrechnern kamen redundante Datenverteiler und moderne Telegrammwerkzeuge zum Einsatz. Darüber hinaus wurden Frequenzumrichter, Stromrichter und Messumformer vollständig in das zentrale Engineering integriert, sodass Parametrierung und Diagnose direkt aus dem Leitsystem erfolgen können. Auch die komplette Wäge- und Dosiertechnik wurde erneuert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der chargenbezogenen Datenerfassung. Messwerte und Meldungen werden nicht nur zeitbezogen archiviert, sondern direkt einzelnen Produktionschargen zugeordnet und können komfortabel ausgewertet sowie exportiert werden. Vor der Inbetriebnahme wurde die komplette Automatisierungssoftware im gefeba-Simulationscenter mit dem Siemens-Werkzeug SIMIT getestet. Unter realitätsnahen Bedingungen konnten Verriegelungen, Regelungen, Schaltvorgänge und Schutzfunktionen umfassend geprüft und optimiert werden.

Ergebnis
Mehr Transparenz, Effizienz und Anlagenverfügbarkeit

Durch den erfolgreichen Retrofit entstand ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Leitsystem, das optimale Voraussetzungen für die weitere Produktionsoptimierung schafft. Die umfangreichen Simulationen ermöglichten eine nahezu fehlerfreie Inbetriebnahme und reduzierten Umbau- sowie Stillstandszeiten auf ein Minimum. Gleichzeitig wurde das Bedienpersonal bereits während der Simulationsphase intensiv geschult, wodurch ein reibungsloser Übergang in den Produktionsbetrieb gewährleistet werden konnte. Das neue Automatisierungssystem verbessert die Prozesseffizienz, erhöht die Anlagenverfügbarkeit und stellt sicher, dass Deutschlands größtes Stahlwerk auch künftig höchste Anforderungen an Produktivität, Transparenz und Betriebssicherheit erfüllt.

Projektart
Leitsystem-Modernisierung / Retrofit
Kunde
ThyssenKrupp Steel AG
Branche
Stahlindustrie
Technologie
PCS 7, SIMIT, redundante Serverarchitektur
Leistungen
Migration, Engineering, Simulation, Inbetriebnahme
Server
5 redundante Serverpaare
Automatisierung
53 AS S7-417
Bedienebene
42 OS-Clients und 50 WebClients
I/O Umfang
ca. 40.000 digitale und 3.500 analoge I/O
Schaltschränke
232 Schaltschränke
Besonderheit
Chargenbezogene Archivierung von bis zu 10.000 Chargen

Warum Kunden
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Wir entwickeln maßgeschneiderte Lösungen – von der Analyse über die Engineering-Phase bis zur Inbetriebnahme und Betreuung. Dabei stehen höchste Funktionalität, Termintreue und Langlebigkeit im Fokus

Unsere Projektarbeit wird unterstützt durch Kooperationen mit führenden Technologie-Partnern wie Siemens, Rittal, B&R und Proxmox, die unsere Projektergebnisse technologisch absichern und erweitern.

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