Mischgasstation für ein Warmbandwerk
Im Rahmen der Modernisierung des Produktionsstandortes Duisburg sollte für thyssenkrupp Steel Europe eine neue Mischgasstation für das Warmbandwerk 4 errichtet und nahtlos in das bestehende Gasversorgungsnetz integriert werden. Die Anlage übernimmt eine zentrale Versorgungsfunktion innerhalb der Stahlproduktion und muss Prozessgase jederzeit sicher, stabil und zuverlässig bereitstellen. Neben den hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Betriebssicherheit galt es, eine Vielzahl unterschiedlicher Mess-, Analyse- und Überwachungssysteme in ein bestehendes industrielles Umfeld einzubinden. Gleichzeitig mussten kundenspezifische Werksstandards, Anforderungen des Explosionsschutzes sowie die Integration in bestehende Leit- und Automatisierungssysteme berücksichtigt werden. Besonders anspruchsvoll war die Umsetzung innerhalb eines laufenden Produktionsumfeldes, in dem sämtliche Arbeiten präzise koordiniert und ohne Beeinträchtigung der bestehenden Prozesse durchgeführt werden mussten.
gefeba übernahm die komplette EMSR-technische Projektierung sowie die Planung, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme der elektrotechnischen Infrastruktur. Realisiert wurden umfangreiche Kabelwegsysteme, strukturierte Feldverkabelungen sowie moderne Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Darüber hinaus wurden Schalt-, Netzwerk- und Verteilerschränke aufgebaut und an die übergeordneten Leit- und Automatisierungssysteme angebunden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Gasmesstechnik. Hierzu wurden Wobbe- und Analysecontainer, Raumluftüberwachungen sowie Messstellen für Druck, Temperatur und Differenzdruck integriert. Ergänzend kamen Venturi- und Blendenmessungen mit entsprechender Messtechnik zum Einsatz. Für die zuverlässige Bestimmung des Wobbeindex wurde ein Analysecontainer mit vollständiger Prüf- und Versorgungsinfrastruktur aufgebaut und in die Automatisierung eingebunden. Zusätzlich realisierte gefeba Kondensatsammeltanks mit Überwachungs- und Messtechnik, integrierte Gaswarnsysteme und errichtete redundante Energieversorgungssysteme mit USV-Anlagen und Netzumschaltung. Komponenten in explosionsgefährdeten Bereichen wurden konsequent in explosionsgeschützter Bauweise ausgeführt.
Durch die enge Verzahnung von Engineering, Schaltschrankbau, Feldinstallation und Inbetriebnahme entstand eine leistungsfähige und zukunftssichere EMSR-Lösung für eine zentrale Gasversorgungsanlage der Stahlproduktion. Die neue Mischgasstation WBW4 gewährleistet eine sichere und stabile Versorgung des Warmbandwerks mit den erforderlichen Prozessgasen und schafft gleichzeitig optimale Voraussetzungen für die weitere Modernisierung des Produktionsstandortes. Dank der integrierten Mess-, Analyse- und Sicherheitstechnik konnte ein hohes Maß an Transparenz, Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit erreicht werden. Die neue Anlage leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, Effizienzsteigerung und langfristigen Zukunftsfähigkeit des Standortes Duisburg.
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